Historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Verlängert auf das Wochenende 11./12.02.2012 findet aktuell noch der alljährliche historische Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum statt. 2012 ist nun das 5. Jahr, erstmals haben wir uns seit unserem Zuzug ins Ruhrgebiet auch einmal hierhin gewagt. Gezeigt wird inmitten ruhrpottscher Industriekultur allerlei altes Fahrwerk und Kurzweiliges. Riesenrad, Autoscooter, Kettenkarusell, Berg- und Talbahn in zwei Varianten, ein Spiegelkabinett und zwei Schaukeln werden umrahmt von Entenangeln, Armbrustschießen oder auch der klassischen Dosenwurfbude. Sämtlichst haben sie alle eines gemeinsam: viele Jahre auf dem Buckel. Die Raupenbahn z.B. hat den Stofftunnel für den “geheimen” Kuss, eine Bahn stand 50 Jahre eingelagert rum, bis sie wiederentdeckt wurde.

Für Hunger und Durst gibt es Crepestand, Kuchen- und Waffelstand und dergleichen. Dazwischen stakst mit Glück ein Stelzenläufer oder der nette Vogelstimmenverkäufer. Ein Kasperle-Theater mit mehreren Vorführungen je Tag haben wir gesehen, eine Konzertorgel macht ordentlich Dampf, eine andere Orgel steht als Deko da. Das Ganze wird durchmischt mit historischen Treckern und Anhängern aus dem Schaustellermetier, die den oder anderen Blick ins Innere ermöglichen.

Kleines Highlight ist der Holländer, der in seinem Kabüffchen historische Fotos produziert. Ratz fatz ist die Familie z.B. ausstaffiert wie um die Jahrhundertwende und darf zehn Minuten später ein angegilbtes Machwerk davon mit nach Hause nehmen. Groß! Und im Preis angenehm: 10 EUR für die erste Person, jede weitere a zwei EUR.

Alles in allem ein kleines, aber feines Event, das mehrere Stunden Aufenthalt für die ganze Familie erlaubt. Damit relativiert sich auch der Eintrittspreis (9,50 EUR für Erwachsene, 7,50 für Kinder >80cm) – die Fahrgeschäfte sind nämlich alle im Preis drin. Und da fährt man auch als Papa oder Mama gern mal die eine oder andere Runde mit!

Die Ausschilderung vom Parkplatz könnte besser sein. Aber dafür kostet der Parkplatz nichts.

Meine Wertung: (drei von drei Schachtzeichen)

Die Website gibt leider nicht so viel her.

Zur Fotogalerie:

Mit der Ruhrtopcard ins Naturkundemuseum: Dortmund, Dinos, Dunkelkammer

Auf der Durchreise in den Herbstferien NRW sind wir vor ein paar Tagen dank der Ruhrtopcard im Museum für Naturkunde Dortmund hängen geblieben.

Im Foyer wird man von zwei lebensgroßen Gummi-Dinosauriern begrüßt, die wohl aus der Zeit stammen, als jedes Museum sowas haben musste :-) Auf zwei Etagen bekommt die geneigte Besucherfamilie daneben einen Blick auf  Lebend-Terrarien mit Tausendfüssern, Schaben, Vogelspinne, aber auch Frosch und Gecko. Auch mancherlei verstorbenes Getier tummelt sich in Schaukästen, so finden sich neben vielerlei Froschgebein ein ordentlich großes Thunfischskelett. Wenn man den Fisch nur als Steak oder aus der Dose kennt, ist das doch mal ein interessanter Einblick. Es gibt eine sehr ausführliche Sammlung aus der Zeit, die wir nur noch über versteinerte Fossilien kennen, so auch ein paar schöne Bernsteinexemplare mit Einschluss oder – klar – Dinofuß- und Dinoeierabdrücke.

Richtig interessant ist aber die Mineraliensammlung. Da gibt es Nachbildungen von Diamanten, natürliche und künstliche Kristalle und eine ordentliche Sammlung von Meteoriten! Absolutes und mir bisher noch nirgends untergekommenes Highlight ist jedoch die UV-beleuchtete “Dunkelkammer”, das sogenannte Fluoreszenzkabinett. Wenn Kristalle und Einschlüsse schon bei normalen Licht beeindruckend sind, so werden bestimmte Exemplare unter Schwarzlicht zu spektakulären Hinguckern! Wow! In der Galerie am Ende des Artikels gibt es auch davon ein paar Fotos.

Gegen 30Ct. gibt es an der Museumskasse einen Fragebogen für eine Museums-Kinderrallye mit Abschlussüberraschung (kleine Halbedelsteinchen, die sich die Kinder bei richtiger Beantwortung des gesuchten Begriffes selbst aussuchen können).

Vorbildlich sind die Aktionen, aktuell gibt es am 19.11.2011 sogar eine Übernachtungsmöglichkeit für Kinder “unter den Dinosauriern” – nachts im Museum!

Auf Wunsch kann man die museumseigene Edelsteinschleiferei an bestimmten Tagen besuchen (gegen Aufpreis). Das Außengelände lädt mit einem kleinen Park an schönen Tagen noch zum Bummeln ein. Wer entdeckt Nessie?

Übersichtliche Eintrittspreise, kurzweiliges Ausstellungsgut, vielfältige Aktionen und liebevolle Ideen: dafür gebe ich gerne drei von drei möglichen Schachtzeichen

Details:

  • Website
  • Eintrittspreis Erwachsene: 4 EUR
  • Fotos sind für privaten, nichtgewerblichen Gebrauch erlaubt

Großartige Vorstellung mit winzigen Akteuren: ein Besuch im Floh-Zirkus

Das kleinste Zirkuszelt der Welt

Das kleinste Zirkuszelt der Welt

Heute sind wir durch Zufall beim “Oktoberfest” der hiesigen Karstadt-Dependance im Rhein-Ruhr-Zentrum auf einen Flohzirkus gestossen. Auf Twitter hatte ich vorher noch vom @hasenpaar eine Frage mitbekommen, die nach ebenjenem Zirkus suchten. Eine kurze Recherche ergab, dass heute der letzte Tag der Oktoberfest-Aktion war und somit auch des Flohzirkusses. Da wir ohnehin kurz auf die Dino-Ausstellung in den Karstadt-Arkaden wollten, wäre das ja ein weiteres kleines Ziel, dachten wir.

Mikro-Manege

Mikro-Manege

Und dann hat alles wie am Schnürchen geklappt. Nachdem wir einige Dinos besichtigt hatten, fanden wir auch schon das ominöse Oktoberfest (sorry, da bin ich echt kein Fan von). Dort stand das kleinste mir bekannte Zirkuszelt der Welt. Und die vorletzte Vorstellung des Tages sollte auch gleich beginnen!

Die Kinder fanden Platz direkt in der ersten Reihe, wir dahinter. Der sehr sympathische Zirkusdirektor, Marco Assmann, erzählte zunächst einiges Wissenswertes rund um Herkunft, Aufzucht und Haltung von Flöhen. So handelt es sich bei den Hauptdarstellern des Flohzirkusses nicht um Menschenflöhe sondern die Artverwandten aus dem Fell von Katzen, die er regelmäßig im Tierheim nachpflücken kann.

Flohansicht von Nahem

Flohansicht von Nahem

Die tierischen Akteure, die nach ihrem maximal acht Wochen dauernden Zirkusauftrittsleben hernach ein schönes Pensionärsdasein genießen dürfen, müssen aufwändig auf ihren Auftritt trainiert werden. So ist die Sprungkraft künstlich durch Erfahrung reduziert, erfahren wir. Ein Floh wird auch mit Lupe und Haltedraht dem Publikum zur Ansicht gereicht. Bevor sie dann ihren Auftritt haben, werden die Flohjungs oder Flohmädchen mit ihrer Herkunft vorgestellt: aus “Flohrenz” kommen sie etwa, oder aus “Flohrida”  :-)

Kutsche in Aktion

Kutsche in Aktion

Der Auftritt selbst ist grandios: wenn eine kleine Kutsche wirklich winzige Bewegungen nach vorne macht, der Floh ein Styroporkügelchen ins Tor schießt oder ein Drahtseilakt in luftiger Höhe erfolgt. Sehr beeindruckend!

Abschluß der Vorstellung ist der dreifache Salto Mortale mit Sprung ins Wasserbecken!

Historische Flohkutschen

Historische Flohkutschen

Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, auch das anschließende Gespräch mit dem Zirkusdirektor haben wir sehr genossen: er hat uns z.B. historische Flohkutschen präsentiert. Wir wünschen dem kleinen Zirkus und seinem Direktor noch viele, viele Besucher und Flohgenerationen!

Der Flohzirkus hat eine eigene Website und einen Facebook-Auftritt. Der Herr Zirkusdirektor ist auch auf Twitter. Ach so: wen es interessiert, wie die Flöhe leben – hier ein Bewegtbild-Blick in das Flohdomizil. Achtung: danach kann es einen jucken ;-)

Update, 03.10.2011: Wer sich das immer noch nicht richtig vorstellen kann – hier gibt’s eine nette kleine Doku zum Flohzirkus.

Update, 09.10.2011: Habe auf den Webseiten des hiesigen Wochenblättchens noch einen Artikel nebst schönen Fotos gefunden.

Westfälische Freilichtbühne Freudenberg: Der Zauberer von Oz

Zum zweiten Mal haben wir die Freilichtbühne Freudenberg besucht, dieses Jahr war “Der Zauberer von Oz” dran. Vom nicht ganz optimal ausgesteuerten Ton (die Darsteller waren manchmal recht leise) abgesehen, war es wieder eine sehr liebevolle Inszenierung und ich freu mich schon auf “Peter Pan” in 2012!