Da ich als begeisterter Wahlruhri neulich auf dem Ausverkauf der Ruhr.2010-Goodies war, und dort ja relativ früh der größte Teil weg war, habe ich mal noch geschaut, was es an Alternativen gibt. Und tatsächlich, neben dem offiziellen Ruhr.2010-Onlineshop gibt es da noch den Ruhrgebietsladen. Und der ist eigentlich viel spannender
Ruhrgebietsladen. Heute geöffnet.
Der Ruhrgebietsladen liegt – als zugängliches Geschäft – in Mülheim-Heißen, mehr oder weniger direkt an der A40. Der Laden selbst stellt den repräsentativen Querschnitt durch das per Onlineshop auch überregional nachgefragte Sortiment dar. Zu finden sind hier neben dem eingangs erwähnten, nun auch hier im Ausverkauf befindlichen Ruhr.2010-Sortiment viele Artikel mehr, die einen Bezug zum Ruhrgebiet haben.
Zollverein-Goodies.
Zollverein. Das Merchandising der Zollverein-Artikel hat als Markenzeichen immer das bekannte Zollverein-Logo. Preislich nicht ganz günstig ist das Sortiment wohl zu fixiert auf einen bestimmten Standort und weniger attraktiv für den geneigten Ruhrgebietsbesucher/-interessenten. Dennoch, auch hier gibt es das eine oder andere Goodie zu entdecken. Lasst Euch unbedingt mal das Teil zeigen, dass wie ein kleines Taschenmesser aussieht (da steckt noch mehr dahinter!). Oder die Dose, die man auch mit Einhandbedienung clever öffnen kann.
Schiemann.
Schiemann. Auch die über die Stadtgrenzen Mülheims hinaus bekannten bunten Malnisse von Klaus “D.” Schiemann haben sich in zahl- und detailreichen Artikeln, vom Regenschirm bis zum Sitzhocker niedergeschlagen. Hier findet sich eine ganze Ecke davon.
Grubenmann. Das Grubenmann-Sortiment hat so seltsame Auswüchse wie die Cappucinoschablone, einen Blechschildkalender oder das Goosen-A40-T-Shirt “Woanders is auch Scheisse” hervorgebracht.
Pralinen Deiner Stadt. Das Ruhrgebiet in Zartbitter? Am Stück, handgearbeitet, hier erhältlich. Auch in Vollmilch erhältlich
rag-bag
Rag-Bag. Mehr als 100 indische Familien können nun durch die Investition in Taschen der Rag-Bag-Serie unterstützt werden. Recyceltes Plastik ist für Geldbörsen oder Umhängetaschen, die übrigens sehr wertig verarbeitet sind, die Grundlage. Es gibt aber auch schon eine neue Serie – da müssen Säcke für Teeblätter herhalten. Großartig. Zeigen lassen, die haben ein intelligentes Innenleben, was sich im Stauraum unverhofft bemerkbar machen kann.
Designkiosk. Als ein Ruhr.2010-Projekt gestartet, sind auch ausgewählte Designkiosk-Produkte erhältlich. [Anm.: Da die Designkiosk-Projektleitung ihr Projekt anders sieht als ich enthalte ich mich weiterer öffentlicher Kommentare dazu.]
Dortmunder U bei Nacht.
Dortmunder U. Auch das U hat hier seine Ecke. Wenn sich die Gelegenheit bietet, soll der Chef mal das Licht ausmachen
Und vieles mehr. Die DHlogger sind auch selbst kreativ und entwerfen feine Sachen oder bemühen sich, Details anzureichern. So könnt Ihr auch das eine oder andere Stück Kohle in verschiedenen Farben und Formen begutachten. Ich wußte nicht, dass gewaschene Steinkohle so schön glänzen kann.
Stadtlicht "Ruhrgebiet"
Wer neugierig geworden ist: grobe Richtung Möbel Bernskötter anfahren und dort nach Ruhr.2010-Fahnen suchen, schräg gegenüber vom Haupteingang geht eine kleine Stichstraße ab.
Details:
Ruhrgebietsladen, Beekmans Hof 3, 45472 Mülheim an der Ruhr, Tel. 0208-495040
Update 29.01.2011, abends: 90% sind weg. Regenponchos und Briefablagen gibt’s noch, Plakate auch… Siehe Artikelliste am Ende.
Update 30.01.2011, mittags: Heute definitiv keine Schlange mehr an Halle5/Zollverein Update 30.01.2011, mittags: Habe noch zwei Online-Bezugsquellen für Ruhr.2010-Artikel in der Linkliste hinzugefügt.
Update 31.01.2011: Und noch zwei Fazits als Links ergänzt.
Heute nun wurde das wohl letzte Kapitel des Kulturhauptstadtjahres 2010 – Ruhr.2010 – eingeläutet. Bis einschließlich 30.01.2011 soll es noch letzte Reste aus dem Fundus von Ruhr.2010-Aktivitäten geben, die über eine Art Flohmarkt oder Ab-/Ausverkauf unters Volk gebracht werden. Soll. Ich glaube kaum, dass Samstagmittag noch sinnvoll was über ist.
Ganz schöne Schlange vor Halle 5
Pünktlich um 15 Uhr sollte der Verkauf losgehen, als wir gegen 15 Uhr eintrafen, war der Parkplatz A1 auf Zeche Zollverein bereits proppevoll. Also weiter auf Parkplatz C, der Richtung Kokerei liegt. Auf dem Weg zu Halle 5 schön registriert, dass auch der Parkplatz A2 (A1/A2 waren die empfohlenen Parkplätze für den Ausverkauf) bereits belegt war. Und dann lag sie vor uns, besser: sie stand – die Schlange von Kulturhauptstadtsdevotionalienerwerbswilligen. Wir hatten ja mit leichtem Andrang gerechnet, aber Freitagsnachmittags?
Eingang Halle 5
Nun ja, mal angestellt und zu Anfang ging es auch immer mal wieder voran. Leider beruhigte sich der Vorwärtsschub dann doch immer längere Zeit und der eiskalte Wind pfiff gehörig der Menge um die Ohren. War also bitter kalt, auch wenn man in der Menge relativ dicht zusammenstand. Während der nächsten zwei Stunden muss ich allerdings sagen, dass es wirklich schön ist, im Ruhrgebiet zu wohnen. Es wurde gescherzt, keiner murrte wirklich. Unsere Kinder wurden z.T. bespasst und man hat auch Rücksicht aufeinander genommen, drängeln etc. war kein Thema. Immer mal wieder waren aus Richtung Eingang Geräusche zu vernehmen, die mich eher an die Restaurantszene von Harry & Sally erinnerten – die Wartenden waren wohl überglücklich, endlich in die Halle zu kommen In Folge ging es wieder einen kleinen Schub vorwärts.
Gimmick so zwischendurch - als Wurfgeschoss
Das Veranstalterteam mühte sich denn auch redlich, der vermutlich auch für sie unerwarteten Menge entgegenzukommen und adäquat zu reagieren. Die Selbstkontrolle der Schlange wurde durch eine Flatterbandabsperrung unterstützt. Etliche Durchsagen verwiesen darauf, dass die Halle nur für 199 Personen gleichzeitig zugelassen ist und daher nur Grüppchen von 10-20 Personen eingelassen werden können. Regelmäßig gab es am Eingang Ruhr.2010-Gimmicks wie Magnete, Pins, Aufkleber aber auch mal ein paar Packungen Bonbons für die, die schon am längsten warten mussten. Leider war die angekündigte Versorgung mit Waffeln und Getränken innerhalb der Halle, so dass die Wartenden draußen auf den an Zollverein angrenzenden Netto nebst dessen Bäcker zurückgriffen – der Bäcker hatte Heißgetränke!
Programmbücherstapel
Nun ja, nach zwei Stunden ungefähr konnten wir die heilige Halle nun endlich betreten. Am Eingang gab es Taschen für die temporäre Aufbewahrung der zum Erwerbe gedachten Stücke. In vier Reihen hatte man nun die Reste der Ruhr.2010 aufgebahrt. Hier fanden sich denn Kleidungsstücke aus den Theateraufführungen neben Bücherbergen, Stillleben-Tischgarnituren oder Dekoartikeln. Eine ganz schöne Mischung!
Noch ein paar Stillleben-Garnituren
Wie zu erwarten – hatten wir doch die letzten Stunden das auch schön beobachten können – war der Bestand ordentlich dezimiert. So sind Hinweisschilder, Flaggen etc. schon auf Fehlanzeige programmiert gewesen. Noch über waren diverse Projektshirts, einiges an Verwaltungstechnik wie Ventilatoren, PC-Sets, Druckern, Bürostühlen und dergleichen. Dazu weitere Requisiten, Gläser, Bücher, Designer-Sitzhocker (mit 75 EUR allerdings m.E. zu teuer), Designkiosk- und Schachtzeichen-Reste (Winden, Kabeltrommeln).
Ausbeute
Preislich rangierte das Angebotene zwischen für umme (Poster, Aufkleber, Programmhefte) und mehreren hundert Euro für bestimmte Einzelstücke. Der größte Teil war per Punktesystem ausgezeichnet – verschiedenfarbige Punkte stellten dann eine Art Standardpreis dar. Wir erwarben:
zwei A40-Lanyards (je 0,50 EUR)
ein Zehnerset Warnwesten (5,00 EUR)
zwei Stücke aus dem Designkiosk Nr. 6 (je 10,00 EUR)
dazu für kostenlos diverse Poster, Heft zwei, Aufkleber, Magnete
Die angebotenen neuwertigen Bücher waren allesamt noch in der Preisbindung, daher für uns nicht von Interesse. Ein extra Stand mit eigener Kasse vertickte das Zeugs aus dem Ruhr.2010-Onlineshop: Brotdosen von Ritter Rost und A40, T-Shirts, Schirme, Zippos usw. usf. Unseren Kram konnten wir an zwei Ausgängen bezahlen (Bargeld).
Fazit: Im Großen und Ganzen waren die Besucher der ersten Stunden wohl in der Lage, das eine oder andere sinnvolle Schnäppchen oder schöne Erinnerungsstück zu erwerben. Samstag und Sonntag dürfte das aber nur noch sehr schwer möglich sein. Selbst als wir gingen, war die Schlange am Eingang noch in ordentlicher Länge vorhanden. Gut auch, dass der ursprünglich geplante Ort relativ schnell nach Zollverein verlegt wurde. Ich finde es OK, auf diese Art noch mit adäquatem Aufwand die Ruhr.2010 ausläuten zu lassen. Auch wenn man z.B. durch geschicktere Platzierung des Waffel-/Getränkestandes hier hätte besser vorarbeiten können. Danke und Tschüß, Ruhr.2010 – war schön mit Dir!
Weitere Bilder:
Dat Fernsehen war auch da
Plakate satt
Kramzeugs
Müllbeutel? Gleich im Karton!
Stillleben-Programme
Extrastand (vermutlich vom Onlineshop)
Besonderheiten-Tisch. Noch ein paar Bilder über.
PC-Equipment vom Orgateam
Bücherberge
Capes
Designer-Sitzwürfel aus Ruhr.2010-Fahnen
Weitere Artikel im Netz zum Thema Ausverkauf Ruhr.2010:
Die bereits 2009 lancierte Ausstellung “Sternstunden – Wunder des Sonnensystems” im Gasometer hat uns letztes Jahr schon fasziniert. Da ich aber zu diesem Zeitpunkt nur eine Handykamera dabei hatte, nutzte ich die Gelegenheit, während der Extraschicht 2010 (siehe separater Blogbeitrag http://bit.ly/dDdThp) noch ein paar Fotos nachzuknipsen. Glücklicherweise wurde die Ausstellung über das ursprünglich geplante Ausstellungsende hinaus auf 2010 verlängert und ist nun auch offizieller Bestandteil von Ruhr.2010.
Absolutes Highlight ist natürlich der Mond, mit 25m Durchmesser angeblich das größte Objekt seiner Art. Die Sonne im Mittelpunkt des Erdgeschosses ist aber auch ein Hingucker. Umrundet wird die Sonne von Erde und vielen anderen Planeten. Dazwischen finden sich Nachbildungen bekannter Flugobjekte und ganz fantastische Fotografien von Himmelsobjekten.
Per Treppe gelangt man in die zweite Etage, die sich im weitesten Sinne mit Astronomie auseinandersetzt. Die Himmelsscheibe von Nebra darf hier genausowenig fehlen, wie historische Teleskope, Aztekenkalender usw. Eine kleine, aber feine Aufstellung! Man muss nur ab und zu aufpassen, im Dunkeln stösst man leicht an die Streben, die das Gasometer zusammenhalten
Noch eine Treppe aufwärst gibt es eine Tribüne und man kann den künstlichen Mond einmal per Balustrade umrunden. Dabei gibt es auch eine Audioinformationsstände und ergänzende Informationen, z.B. auf der Rückseite des Mondes.
Leider konnten wir wegen der bevorstehenden Illumination nicht den Fahrstuhl benutzen, um aufs Dach zu kommen oder den Mond mal von oben zu sehen. Vielleicht beim nächsten Besuch.
Ein Must-See. Allerdings nicht für kleine Kinder geeignet. Grundschulalter sollte es mindestens sein.
Unser erste Extraschicht im Ruhrgebiet am 19.6.2010 – die zehnte ihrer Art.
Obwohl wir nun seit mehreren Jahren im Pott wohnen, haben wir es dieses Jahr geschafft/für notwendig erachtet, die “lange Nacht der Industriekultur”, auf pottdeutsch “ExtraSchicht” zu besuchen. Da im Ticketpreis auch ÖPNV-Benutzung und Shuttleservice enthalten ist, fiel die Wahl auf Autostehenlassen. Also, mit der regulären U-Bahn zum Mülheimer Hauptbahnhof und von dort weiter mit dem Shuttlebus Richtung Oberhausen. Im Bus saßen übrigens schon ne Menge Leute, die kamen aus Richtung MüGa. Da lief so ne Art Hippie-Revival. Daher wohl die Blümchen im Haar bei unseren Gegenübern.
Unterwegs haben wir spontan beschlossen, das Gasometer als zweite Etappe zu besuchen und sind stattdessen eine Haltestelle vorher ausgestiegen.
Etappe 1: LVR Industriemuseum Oberhausen
Anmerkung vorab: Da es mit dem Fotografieren in Museen so eine Sache ist (kein Museum will sich schließlich das Geschäft mit Bildbänden und Postkarten vermiesen lassen), veröffentliche ich hier nur ausgewähltes Bildmaterial von Aktivitäten im Rahmen der Extraschicht, in unserem Fall von einer wirklich guten Führung. Die Exponate rücken somit in den Hintergrund.
Angekommen vor Ort (die ehemalige Zinkfabrik Altenberg, direkt am Oberhausener Hauptbahnhof) hatten wir das Glück, gleich in eine kleine Gruppe mit aktuell bereits laufender Führung reinzurutschen. So verpassten wir zwar den Anfang (vermutlich Kohleförderung & Co), hatten aber einen sehr lebendigen Führer erwischt. Jener führte uns nun durch verschiedene Perioden der Schwerindustrie-Geschichte Ruhrgebiet. Man muss das Industrielle schon sehr mögen, glaub ich, um dem Museum mit Begeisterung zu folgen. Für uns war die Führung der positive Knackpunkt, sonst wären wir schneller wieder weggewesen. Aber das Museum ist trotzdem gut aufgemacht, man hat öfters die Möglichkeit, auch mal selbst was zu tun. Etwa die Zugkraft der eigenen Hand zu messen.
Während unserer Führung wurde live ein Werkstofftest mit einem Stück Stahl gemacht, welches unter lautem Knall in der entsprechenden Maschinerie zerbarst. Highlight! Auch eine Demonstration der Transmission, also der Antriebe mit großen Rädern und Treibriemen war inklusive. Klasse!
Update: Video zur Stahlprüfung
Die Führung ist zu Ende, schnell noch in den Museumsshop. Da hätten wir beinah so Blümchenkugelschreiber mit Magnet dran mitgenommen. Gabs aber nicht mehr. Also dann Tschüss Museum und raus. Da kommt soeben der Shuttle-Bus zum Gasometer angebraust – Beine in die Hand genommen und weiter gehts.
Etappe 2: Gasometer Oberhausen
Noch im Bus entdeckt die @geelinde einen amerikanischen Schulbus. Also, nach dem Aussteigen kurz mal hingewuselt und Foto gemacht.
Danach überwinden wir die paar Meter bis zum Eingang Gasometer. Kurzes Hochzeigen der roten Ticketbänder (zweimal) und dann vor dem Gasometer noch ne Bratwurst schnabuliert, ist ja schon was später am Abend. Am Eingang zum Gasometer wird per Plakate freundlich daraufhingewiesen, dass wegen der Vorbereitung des Feuerwerks 23:30 bis 1 Uhr Dach und Gasometer gesperrt werden. Als wir eintreffen, überkleben Helfer das gerade, weil Dach und Fahrstuhl ab sofort zu sind. Das muss so gegen 22 Uhr gewesen sein.
Gut, schauen wir uns diesmal ohne Kids in Ruhe nochmal die Sternstunden-Ausstellung an. Das behandle ich aber in einem separaten Blogeintrag (Update: Den Blogeintrag gibt es nur hier http://bit.ly/9uAUDN).
In punkto Extraschicht läuft unter dem 25m großen Mond eine Videoinstallation [raumzeitmaschine] mit komischen Klängen und Bildern. Die mögen wir nicht, da fehlt uns wohl irgendwie der Zugang.
Nach einigen netten Fotos und Rumgucken verlassen wir den Gasometer wieder und nehmen grad um die Ecke die nächste Etappe in Angriff.
Etappe 3: Klettergarten Oberhausen
Der Klettergarten direkt am Gasometer wartet mit einer “Parksinfonie” auf. Licht- und Soundinstallationen und live werkelnde Künstler verwandeln das Gelände in ein nettes Gesamtarrangement auf Zeit. Wir sind schwer angetan. Neben den angeleuchteten Bäumen (kennen wir in der Art ja schon vom Parkleuchten http://bit.ly/9iWn2P) sind es gerade die künstlerischen Darbietungen, die uns gefallen. Dort fiedelt einer auf einer Art Xylophon, begleitet auf dem Kontrabass. Dazwischen schwirrt ein Pantomime. Wir müssen stehen bleiben und lauschen.
Update: Videoausschnitt von der Performance (leider zwischenzeitlich von Fidelbogen auf Schlägel gewechselt):
Da tupft ein Malersmensch Farbe auf der Leinwand weg und bringt sein Werk voran. Dazwischen stehen leuchtende Pilze und dahinten kommen wir an einer Leseecke vorbei.
Jetzt müssen wir erstmal noch einen Crepes zwischen die Kiemen schieben, und entscheiden uns dann, auf das angekündigte Feuerwerk am Gasometer zu warten. Bis dahin ist es noch eine knappe Dreiviertelstunde, also gehen wir noch eine Runde durch den Klettergarten.
Der Malersmensch ist zwischenzeitlich weg, aber sein Werk hat noch an Details gewonnen. Wir drehen die Runde anders als beim ersten Mal und kommen an Bäumen vorbei, die musizieren. Also per Be-Beamung. Nett. Die Pilze sind jetzt auch aus, aber dort schwebt eine Art Spinnengewebe illuminiert zwischen den Ästen. Und von dort kömmt Harfenklang.
Wir suchen uns einen besseren Standort in Erwartung der Gasometer-Illumination und verlassen dafür das Gelände, bis wir wieder an der Haltestelle für den Shuttlebus ankommen. Es wird allerdings langsam eklig kalt und nass, da es wieder angefangen hat zu regnen. Nette Wartenachbarn bieten uns eine Flasche Weisswein an.
Etappe 4: Missinterpretiert: Avantgarde-Feuerwerk am Gasometer Oberhausen
Kurz nach halb Eins geht das Licht am Gasometer aus und das Feuerwerk startet. Nach und nach werden auf den äußeren Etagen Lichtpunkte sichtbar, die pulsieren. Sieht nett aus. Und da kommt unser Bus. Wir schauen uns kurz an, aber wegen der widrigen Wetterumstände ist uns echt kalt und so. Wir nehmen den Bus. Der steht noch eine Minute da und wir erleben den Rest des Feuerwerks im Bus. Und sind irgendwie enttäuscht. Das waren irgendwie nur wenige Minuten. Zu wenige. Der Bus entfernt sich vom Gasometer, wir recken nochmal die Hälse, ob noch was kommt. Nix.
In Mülheim am Hauptbahnhof stellen wir fest, dass wir eine halbe Stunde warten müssen, bevor der Nachtexpress eintrifft. Wir überlegen, ob wir nicht besser heimlaufen. Das scheitert, weil die Türen vom Forum schon zu sind und wir nicht bei Regen außenrum laufen wollen. Also warten wir dann doch, ziehen noch ein Heißgetränk aus dem Automaten. Irgendwann kommt der Bus und wir glücklich, aber müde zu Hause an.
Potenzial und Wunsch nach Wiederholung nächstes Jahr besteht. Einige wenige Punkte der Extraschicht intensiver anzuschauen macht durchaus wieder Sinn, vielleicht ziehen wir nicht erst gegen 8 Uhr los, sondern schon früher.
Mein Name ist Danny Giessner. Ich twittere auch als @geewing und schreibe hier im Blog über meine Wahlheimat, das Ruhrgebiet. Kleine Ausflüge in die Umgebung, lokale und überregionale Aktionen finden so manchmal ihren Weg hierhin.
Meine Wertungen
Seit Mitte 2011 benutze ich kleine Schachtzeichen-Symbole als Einheit für meine subjektiven Bewertungen. Maximal möglich sind als eine Art Bestnote jeweils drei Schachtzeichen.